Herbert

Seine größten Erfolge als Boxer hat Herbert Stamm (Peter Kurth), einst als „Stolz von Leipzig“ berühmt, schon lange hinter sich. Jetzt verdient er seinen Unterhalt als Geldeintreiber und Türsteher. Nebenbei trainiert er den jungen, hoffnungsvollen Boxer Eddy (Edin Hasanovic). Seine Tochter hat Herbert schon seit Jahren nicht mehr gesehen, seine Freundin hält er auf Abstand. Er ignoriert die ersten Anzeichen einer schweren Erkrankung, bis ihn die Diagnose einholt: Der hünenhafte Mann ist an ALS erkrankt, einer unheilbaren Störung des motorischen Nervensystems, die unaufhaltsam fortschreitet. Herbert versucht, noch rechtzeitig die Trümmer seines Lebens zu ordnen.

“Herbert” erzählt zwar von einem ehemaligen Boxer, der sich auch nach der sportlichen Karriere immer noch hart durch Leben schlägt – aber über das Genre „Boxerfilm“ geht er weit hinaus. Es geht um die Geschichte eines Mannes, der am Rande der Gesellschaft steht. Eingangs ist er noch ständig in Bewegung, rastlos und gewaltbereit. Die Regie betont diese Unruhe mit dem ausgiebigen Gebrauch der Handkamera und sehr schnell geschnittenen Bildern. Das Licht bleibt sparsam und die Szenen wirken lange Zeit sehr düster. Erst gegen Ende, je näher Herbert seinem Tod kommt, werden die Bilder heller, freundlicher und langsamer. Ihre Intensität und Glaubwürdigkeit verdankt die Inszenierung auch dem Hauptdarsteller Peter Kurth, der für seine Rolle 2016 mit dem Deutschen Filmpreis – wie auch “Herbert” als bester Spielfilm – ausgezeichnet wurde.

  • Titel: Herbert
  • Regie: Thomas Stuber
  • Dauer: 109 Minuten
  • Erscheinungsjahr: 2016
  • Sprache: Deutsch mit englischen Untertiteln
  • Darsteller: Peter Kurth, Lina Wendel, Lena Lauzemis, Edin Hasanovic, Reiner Schöne, Udo Kroschwald, etc.
  • Datum: Donnerstag, 15. März 2018, 19:00 Uhr
  • Ort: Akademia e Filmit dhe e Multimediës Marubi, rruga “Aleksandër Moisiu”, nr. 78, 1005 Tiranë
  • Eintritt: frei


Stand: 04.01.2018
Änderungen vorbehalten.


Top ↑